Das ist der Moment, in dem ein Executive Search Berater mandatiert wird. Nicht weil die Rolle neu ist, sondern weil sich der Kontext um sie herum verändert hat und die bestehende Besetzung diesem Kontext nicht mehr entspricht.
Warum Unternehmen sich verändern, nicht die Führungskraft
Unternehmen verändern sich kontinuierlich. Aus Wachstum wird Konsolidierung. Aus Stabilität wird Transformation. Aus nationaler Ausrichtung wird internationale Expansion. Aus Ergebniswachstum wird Cashflow Sicherung.
Die Person ist deshalb nicht plötzlich schlechter geworden. Die Aufgabe ist eine andere geworden.
Typische Auslöser für eine Neubesetzung
Ziele werden verändert. Strategien werden angepasst. Ein neuer CEO kommt. Machtverhältnisse verschieben sich. Ein Bereich wird neu organisiert. Erwartungen werden nicht ausgesprochen. Entscheidungen werden getroffen, bevor mit dem Betroffenen überhaupt gesprochen wird.
Für die betroffene Führungskraft ist jedes dieser Ereignisse zunächst nur eine von vielen Veränderungen im Tagesgeschäft. Für den Search Berater ist es etwas anderes: der Beginn eines Mandats.
Warum das Mandat meist vor der Kündigung entsteht
Ein Search Berater wird selten beauftragt, weil ein Unternehmen eine Vakanz hat. Er wird beauftragt, weil Verschiebungen im Führungsgefüge bereits stattgefunden haben und die Person, die einmal zur Position passte, zur veränderten Lage nicht mehr passt. Die Kündigung ist nur der sichtbare letzte Schritt eines Prozesses, der intern längst begonnen hat.
Wenn Gremium oder Gesellschafterseite mit dem Berater über die Anforderungen an die neue Position sprechen, ist die Entscheidung über die bisherige Besetzung in aller Regel bereits gefallen.
Drei Beobachtungen aus der Search Praxis
Das Mandat entsteht aus Kontext, nicht aus Verschulden. Die neue Rolle wird selten formuliert, weil der bisherige Amtsinhaber schlecht gearbeitet hat. Sie wird formuliert, weil sich Ziele, Strategie oder Machtverhältnisse verändert haben.
Das Anforderungsprofil verrät die eigentliche Ursache. Der Vergleich neuer Kriterien mit dem Profil der bisherigen Besetzung zeigt fast immer präzise, welche Veränderung den Ausschlag gegeben hat.
Der Vorlauf ist länger, als Betroffene annehmen. Zwischen der ersten internen Diskussion und der tatsächlichen Trennung liegen meist Monate.
Fazit: Passung regelmäßig prüfen statt vorauszusetzen
Ein Executive Search Berater ist Diagnostiker einer Passung, die sich verändert hat, nicht Vollstrecker einer plötzlichen Entscheidung. Wer die Passung zwischen Führungskraft und Aufgabe regelmäßig prüft, statt sie als gegeben vorauszusetzen, entscheidet über die eigene Position mit, statt von ihr überrascht zu werden.
Autor:
Walter Wittmann, Geschäftsführer
WeSearch Executive Search aus München für DACH

